Diskussion: Wiederaufbau Syriens| 20.10.
Datum: Di., 20.10.2026, 18:00 - 20:30 Uhr Ort: AAI Universität Hamburg (Raum 221) Ostflügel, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146, Hamburg
Thema: Wiederaufbau Syriens - Medien, Infrastruktur und humanitäre Dimensionen im historischen Kontext
Syrien im Wandel: Wiederaufbau, Diaspora und deutsch-syrische Beziehungen
Wie ist die Lage in Syrien zwei Jahre nach dem Sturz Assads? Wie ist die Situation der Syrerinnen und Syrer in Deutschland? Zwischen Bleiben und Rückkehr: Welche Hindernisse und Hoffnungen gibt es? Wie entwickeln sich die syrisch-deutschen Beziehungen?
Weitere Fragen beantwortet Mohamad Nour Aldghim, Vorsitzender des Vorstands „Wiederaufbaukanäle Syriens e.V. “
Bilder und Eindrücke
Rückblick
Wiederaufbau Syriens – Dienstag, 20.10.2026
Wie wird aus einem provisorischen Lager ein Lebensort?
Diese Frage stand bei unserer gestrigen Veranstaltung zum Wiederaufbau Syriens im Mittelpunkt. Besonders eindrücklich war der Einblick in die aktuelle Situation in Nordwestsyrien. Vertreibung, fehlende Bildungs-möglichkeiten und eine unzureichende Versorgung bestimmen weiterhin den Alltag vieler Familien. Eine Zahl machte die schwierige Lage besonders deutlich: Laut der gezeigten Präsentation gehen rund 2,45 Millionen Kinder in Syrien nicht zur Schule.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch der Verein „Rebuilding Channels for Syria“ (Wiederaufbaukanäle Syriens e. V.) vorgestellt. Der unabhängige und ehrenamtlich organisierte Verein setzt sich für einen langfristigen und nachhaltigen Wiederaufbau Syriens ein. Dabei geht es vor allem darum, Fachwissen, Erfahrungen und Ressourcen zusammenzubringen und verlässliche Strukturen aufzubauen. Eine wichtige Rolle spielt die syrische Diaspora in Deutschland, die ihre beruflichen Kenntnisse und Netzwerke einbringt.
Der Verein arbeitet in sechs Bereichen: Medizin und Gesundheit, Technik und Infrastruktur, Wirtschaft und Entwicklung, Bildung und Wissenschaft, Recht und Übergangsjustiz sowie Medien und Öffentlichkeitsarbeit. Während der Veranstaltung wurden verschiedene Projekte vorgestellt, darunter die Herstellung von Prothesen durch 3D-Druck, der Aufbau von Jugendzentren, medizinische Kooperationen und Projekte im Bereich erneuerbarer Energien. Ziel ist es, nicht nur kurzfristig zu helfen, sondern langfristige Perspektiven für die Menschen vor Ort zu schaffen.
Besonders interessant war auch die Rolle der syrischen Diaspora. Viele Syrerinnen und Syrer sind selbst nach Deutschland geflüchtet, haben hier zahlreiche Herausforderungen bewältigt und sich ein neues Leben aufgebaut. Gleichzeitig bleibt die Verbindung zu ihrer ursprünglichen Heimat bestehen. Für viele ist Deutschland inzwischen ebenfalls zu einer zweiten Heimat geworden. Umso wichtiger ist der Gedanke, nicht nur den Wiederaufbau Syriens zu unterstützen, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu stärken. Gerade in Bereichen wie Medizin, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft können Wissen, Erfahrungen und Kontakte ausgetauscht werden, von denen beide Seiten profitieren.
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass der Wiederaufbau Syriens weit mehr bedeutet als den Wiederaufbau von Gebäuden und Infrastruktur. Es geht auch darum, Bildung und gesellschaftliche Strukturen zu stärken, Wissen weiterzugeben und den Menschen neue Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Das Engagement der syrischen Diaspora und die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.
Ein herzliches Dankeschön an Herrn Al Hari, der Mohamad Nour Aldghim vertrat, für die spannenden Einblicke sowie an alle Teilnehmenden und unser Organisationsteam für den gelungenen Abend!